Chlausblitz: Ein IM, 6 Grittibänzen, tolles Schach und ein paar Patzer

14 Teilnehmer davon sechs Gäste konnten am traditionellen Chlausblitz in Lenzburg begrüsst werden. Sogar ein Titelträger adelte unser kleines Turnier: IM Roland Lötscher, immerhin Vize-Schweizermeister 2014 mit einer aktuellen ELO von 2443 (im Bild der 2. v.l. zwischen dem glanzvollen Sieger Björn und seinem Bruder Peter, der 5. wurde. Dann folgt rechts Michael Dittmar, der mit dem dritten Rang überraschte, Jacques (der Gewinner des Sonderpreises) und Jean-Claude der ebenfalls eine hervorragende Turnierperformance hinlegte und vierter wurde.). ...

Auf dem Gabentisch präsentierten sich sechs Riesen-Grittibänzen – wobei „Riesen“ immer noch untertrieben ist! Fünf dieser Bänzen waren für die bestklassierten bestimmt. Der sechste ging als Sonderpreis an jenen Spieler, der entweder die beste Turnierleistung oder den grössten Überraschungssieg gemessen an seiner Stärke erzielen konnte (und nicht unter den ersten 5 klassiert war). Jacques Villars holte sich diesen Zusatzbänz mit seinem Erstrunden-Sieg gegen den 200 ELO stärkeren Martin Wiesinger.


Nach 9 Runden (Schweizer System) zierten Björn Backlund und Roland Lötscher je mit 8.5 Punkten die Tabellenspitze – ein Stichkampf musste die Entscheidung bringen. Roland, der weniger Buchholzpunkte aufwies, musste dabei gewinnen, um Björn noch überholen zu können. Was die beiden nun den Zuschauern boten, war eindrückliches Spitzenschach, ein extrem spannendes Finale auf höchstem Niveau.  Roland erreichte einen überaus starken Figurenangriff auf den schwarzen König, Björn hielt aber mit teilweise genialen Zügen dagegen. Besonders hervorzuheben ist sein Läuferzug auf e5, ein Feld welches durch einen Bauern und 3 weitere Figuren gedeckt war! Damit unterbrach er die Linie der beiden verdoppelten Türme seines Gegners und erreichte eine Gegen-Initiative bzw. eine Serie Damenschachs. Nach einigen weiteren Zügen wäre es eigentlich ein Remis durch Zugwiederholung geworden, was Roland natürlich nicht zulassen durfte. Er war also gezwungen abweichen und musste hierfür etwas riskieren und seinen König exponieren, so dass Björn schliesslich sogar noch gewinnen konnte. Ein gewaltiges Spiel.


Nebst hochstehendem Schach am Spitzenbrett wurden natürlich auch die beim Blitzen üblichen Patzer produziert. Schier unglaubliches ereignete sich. So gab es etwa einen Figurenverlust, ohne dass zuvor Material geschlagen worden war: Ein auf den Boden gestürzter Springer wurde wohl aufgehoben, dann aber neben statt auf das Brett gestellt - was auch der Gegner nicht bemerkte. Und natürlich waren da etliche gewonnene Stellungen, die durch sehr kreative, aber leider unerlaubte Züge, Zeitüberschreitungen oder ebenso ungeplante wie zuvorkommende Figuren- und gar Königsopfer noch verloren gingen. Aber so gab es wenigstens in der Zusatzrunde an der Bar einiges zu diskutieren...

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0