Mit der ersten Runde ist der Schachclub Lenzburg in die neue Saison der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft gestartet. Alle vier Teams standen am Brett und lieferten spannende Kämpfe. Während Lenzburg 2 mit einem knappen Sieg erfolgreich in die Saison startete und Lenzburg 3 ein starkes Unentschieden erreichte, mussten sich die erste und vierte Mannschaft geschlagen geben. Besonders für SCL 4 stand dabei der Einstieg mehrerer neuer Spieler im Vordergrund, die ihre ersten Erfahrungen in der SMM sammeln konnten. Insgesamt bot der Saisonauftakt viele umkämpfte Partien und einen vielversprechenden Start in die neue Meisterschaft.
Die Ergebnisse im Überblick:
SCL 1 - Trubenschach 1: 3.5 - 4.5
SCL 2 - Roche 1: 3.5 - 2.5
Nimzowitsch 4 - SCL 3: 3 - 3
SCL 4 - Säuliamt: 0.5 - 5.5
SCL 1 - Trubenschach 1
Der Mannschaftskampf zwischen Lenzburg und Trubschachen entwickelte sich von Beginn an zu einem ausgeglichenen Duell. Den Auftakt machte ein frühes Remis an Brett 4 zwischen Björn Urban Backlund und Jana Ramseier in einer jederzeit ausgeglichenen Partie.
Kurz darauf folgte an Brett 5 das nächste Remis. Michael Christen hatte zwischenzeitlich gute Gewinnchancen, doch nach zäher Verteidigung von Angelik Lazar kippte die Stellung wieder ins Gleichgewicht. Auch an Brett 2 neutralisierte Michael Wigger den Trubschacher FM Daniel Nunez Gregoire und kam selbst zu zwei Chancen, ehe in der Zeitnotphase der Zeitnotgeist das Kommando übernahm und die Partie remis endete.
Die einzige entschiedene Partie fiel am Spitzenbrett, wo GM Christopher Noe gegen Michael Bühler den vollen Punkt für die Gäste holte.
Auch auf den übrigen Brettern lagen Möglichkeiten für Lenzburg in der Luft. Stephan Zaugg kam zu guten Chancen, doch im anschliessenden Turmendspiel rettete Valery Sturm die Partie dank aktiver Figuren ins Remis. Ähnlich verlief die Partie von Sérgio Pereira gegen Paul Haldemann, in der in der Zeitnot die letzten Gewinnversuche versandeten.
Spektakulär wurde es an Brett 8. Rolf Walti opferte einen Springer und verteidigte anschliessend ein Endspiel mit Springer gegen mehrere Bauern erfolgreich. Die längste Partie des Tages spielte sich an Brett 7 ab, wo Sebastian Hoffmann lange Druck machte. Nach rund sechs Stunden Spielzeit hielt Trubschachens Mannschaftsleiter Stefan Thuner jedoch das Turmendspiel.
Am Ende resultierte eine knappe 3.5 zu 4.5 Niederlage für Lenzburg. Über weite Strecken verlief der Mannschaftskampf auf Augenhöhe und mit etwas mehr Fortune hätte er ebenso gut zugunsten von Lenzburg kippen können.
SCL 2 - Roche 1
Lenzburg 2 traf in der ersten Runde auf Roche 1. Bereits im letzten Jahr standen sich die beiden Teams gegenüber und damals hatte Lenzburg knapp die Nase vorne. Auch diesmal entwickelten sich hart umkämpfte Partien.
Jacques agierte sehr solide und konnte auf der c Linie Druck aufbauen. Mehrfach zwang er seinen Gegner zu passiven Zügen und sicherte sich schliesslich ein gutes Remis gegen den starken Gegner mit 1944 Elo.
Peter startete einen schönen Angriff auf den König seines Gegners und konnte die Stellung öffnen. Der Gegner drohte jedoch seinerseits auf der halb offenen g Linie mit den Schwerfiguren. In der Folge stellte er jedoch einen Turm ein, was Lenzburg den wichtigen Punkt brachte.
Rajaji gab zu Beginn einen Bauern für Initiative. Sein Gegner mit 2005 Elo verteidigte sich jedoch geschickt und gewann sogar einen zweiten Bauern. Rajaji versuchte Gegenspiel zu organisieren, hatte am Ende aber zu wenig Kompensation und verlor die Partie in beidseitiger Zeitnot.
Martins Stellung konnte lange in beide Richtungen kippen. Zwar hatte er eine Qualität weniger für einen Bauern, doch immer wieder drohten taktische Möglichkeiten. Der starke Gegner mit 2099 Elo parierte jedoch alles genau.
Am Ende setzte sich Lenzburg 2 mit 3.5 zu 2.5 durch und erwischte damit einen gelungenen Start in die neue Saison.
Nimzowitsch 4 - SCL 3
Schon die Aufstellung zeigte ein interessantes Kontrastprogramm. Dem Lenzburger Team mit drei Junioren am Brett standen sechs erfahrene Erwachsene von Nimzowitsch 4 gegenüber, darunter vier Senioren. Beide Mannschaften brachten einen Elo Schnitt von knapp 1800 Punkten ans Brett und waren damit praktisch gleich stark besetzt.
Johanna Gillmann (U12) und Miles Warm (U14) hielten lange bravourös mit, mussten sich jedoch in der dritten Spielstunde der Erfahrung ihrer Gegner beugen.
Den Rückstand konnten Nikita Sosnovski (U20) und Oliver Killer wieder ausgleichen und Lenzburg zurück ins Match bringen. Die beiden Jugendleiter David Bernet und Arnold Mienert versuchten anschliessend noch den Siegpunkt zu holen, doch beide Partien endeten schliesslich remis.
So stand am Ende ein 3 zu 3 Unentschieden auf dem Resultatblatt. Ein starkes Match gegen einen ebenso starken Gegner.
SCL 4 - Säuliamt
Zum Auftakt der neuen SMM Saison empfing die vierte Mannschaft des Schachclubs Lenzburg das Team aus Säuliamt. Für Lenzburg 4 war es gleichzeitig die Premiere nach dem Aufstieg in die 3. Liga. Gegen eine im Schnitt rund 150 Elo stärkere Mannschaft musste sich das Team am Ende mit 0.5 zu 5.5 geschlagen geben.
Das Hauptziel der vierten Mannschaft bleibt jedoch unverändert. Neue Spieler sollen die Möglichkeit erhalten, erste Erfahrungen in der SMM zu sammeln. In dieser Runde feierten gleich drei Spieler ihr Debüt in der Mannschaftsmeisterschaft: Manuel Usteri, Peter Dätwyler und Mo Ghatas. Alle drei haben im letzten Jahr bereits aktiv am Clubleben teilgenommen und bei Blitzturnieren sowie in der Vereinsmeisterschaft mitgespielt.
Den einzigen Lenzburger Punkt holte Jonathan Wiederkehr an Brett 1. Gegen einen rund 1800 Elo starken Gegner erreichte er ein solides Remis.
An Brett 2 sah es auch für Philippe lange nach einer Punkteteilung aus. Im Endspiel musste er sich jedoch noch geschlagen geben. Kilian Pedolin stand an Brett 3 über weite Strecken besser und setzte seinen Gegner unter Druck. Die Suche nach dem Sieg sowie die zähe Verteidigung führten jedoch zu grosser Zeitnot. In einer bereits vereinfachten Stellung fiel schliesslich kurz vor der Zeitkontrolle die Flagge.
An den hinteren Brettern mussten sich die drei Debütanten geschlagen geben. Für sie stand vor allem das Sammeln von Erfahrung im Vordergrund. Besonders interessant war, dass Mo und Manuel auf Gegner trafen, die ebenfalls noch keine Wertung besitzen.
Auch wenn das Resultat deutlich ausfiel, bleibt das Ziel klar. Spielpraxis sammeln, Erfahrungen gewinnen und neue Spieler Schritt für Schritt an die Mannschaftsmeisterschaft heranführen.

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