SMM Runde 3: Zeitnot, Kampfgeist und ein weiterer Sieg

Die dritte Runde der SMM stand aus Lenzburger Sicht ganz im Zeichen enger Matches und langer Kämpfe. Gleich mehrere Begegnungen wurden erst in Zeitnot oder in komplizierten Endspielen entschieden. Während SCL 2 seine Erfolgsserie fortsetzen konnte, zeigten auch die anderen Mannschaften trotz Niederlagen engagierte Leistungen und hielten viele Wettkämpfe lange offen.

 

Die Ergebnisse im Überblick:

Baden-Brugg 1 - SCL 1 : 6.5-1.5

SCL 2 - Riehen 4: 3.5-2.5
SCL 3 - Wollishofen 6: 2.5-3.5

SCL 4 - Réti 5: 1.5-4.5

 

Baden-Brugg 1 - SCL 1
Lenzburg 1 musste sich im Aargauer Derby gegen Baden-Brugg 1 deutlich mit 1.5–6.5 geschlagen geben. Das Resultat fiel allerdings klarer aus, als es der tatsächliche Wettkampfverlauf lange vermuten liess.
Beide Mannschaften traten ersatzgeschwächt an. Die erste entschiedene Partie fiel an Brett 6, wo Arnold Mienert nach einer unglücklichen Eröffnungsphase mehrere Bauern geben musste, um seinen Läufer zu retten. Felix Phung verwertete den materiellen Vorteil anschliessend technisch sauber.
Das zweite Resultat war ein ruhiges Remis an einem der Spitzenbretter, ehe der Wettkampf für Lenzburg zunehmend schwierig wurde: Die Partien an Brett 5 und Brett 8 gingen in kurzer Folge verloren, womit Baden-Brugg früh davonzog.
Immerhin gelang es Stephan Zaugg, an Brett 4 ein solides Remis einzusammeln. Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings bereits 4:1 für die Gastgeber. Lange offen blieb die Partie von Rolf Walti, deren komplizierte Stellung schliesslich ebenfalls zugunsten von Baden-Brugg kippte.
Die letzten beiden laufenden Partien dauerten bis tief in die fünfte Stunde hinein. Michael Wigger hielt seine Stellung an Brett 3 lange ausgeglichen, verlor jedoch im Mittelspiel einen Bauern und musste sich nach hartem Kampf geschlagen geben. Den Schlusspunkt setzte Björn Backlund mit einem jederzeit kontrollierten Remis an Brett 2.
Trotz der deutlichen Niederlage war der Wettkampf insgesamt enger, als es das nackte Resultat ausdrückt. Viele Partien blieben lange ausgeglichen, doch Baden-Brugg behandelte die kritischen Momente konsequenter und nutzte seine Chancen effizienter aus

 

SCL 2 - Riehen 4

In der 3. Runde der SMM empfing die zweite Mannschaft des Schachclubs Lenzburg zuhause Riehen 4. Der Wettkampf entwickelte sich zu einem äusserst spannenden Duell, bei dem fast alle Partien ein gemeinsames Thema hatten: die Zeit.

An Brett 1 setzte Maciej seinen Gegner bereits früh unter Druck. Dieser musste schon in der Eröffnung viel Zeit investieren, sodass Maciej zwischenzeitlich beinahe doppelt so viel Zeit auf der Uhr hatte. Das lange Nachdenken zahlte sich für den Gegner allerdings aus, denn trotz anhaltendem Druck konnte er die Stellung zusammenhalten. Die Partie endete schliesslich mit einem friedlichen Remis.

Auch an Brett 4 sah es lange gut für Lenzburg aus. Jacques erspielte sich im Endspiel eine bessere Stellung und versuchte geduldig, diese zu verwerten. Sein Gegner verteidigte sich jedoch hartnäckig, und der entscheidende Durchbruch blieb aus. Schlussendlich bot Jacques Remis an, was sein Gegner dankend annahm. In der anschliessenden Analyse waren sich beide einig, dass Jacques wohl auf Gewinn stand – der Weg zum Sieg jedoch alles andere als einfach gewesen wäre.

Den ersten ganzen Punkt für Lenzburg holte Jürg an Brett 2. Sein Gegner fand zwar einen Zug, der auf den ersten Blick stark aussah, die Stellung aber unglaublich kompliziert machte. Die daraus resultierenden langen Denkphasen wurden ihm schliesslich zum Verhängnis: Er erreichte den 36. Zug nicht mehr innerhalb der ersten 90 Minuten und verlor die Partie auf Zeit.

Auch an Brett 5 spielte die Uhr eine entscheidende Rolle. Lothar befand sich in einer weitgehend ausgeglichenen Stellung mit fast allen Figuren auf dem Brett, hatte für die verbleibenden acht Züge jedoch weniger als fünf Minuten zur Verfügung. Die Zeitnot meisterte er souverän und wurde kurz nach Erreichen der Zeitkontrolle belohnt: Nach einem Fehler seines Gegners gewann er zunächst Material und leitete wenig später einen entscheidenden Angriff gegen den schwarzen König ein, der schliesslich im Matt endete.

Ein anderes Bild zeigte sich an Brett 6. Naveen stand lange unter Druck, verfügte dafür aber über rund zwanzig Minuten mehr auf der Uhr als sein Gegner. Während dieser mit nur wenigen Minuten die Zeitkontrolle erreichte, verteidigte sich Naveen zäh und präzise. Trotz klar besserer Stellung fand sein Gegner keinen einfachen Gewinnweg und verbrauchte dabei immer mehr Zeit. Zwischenzeitlich sah es sogar danach aus, als könnte Naveen die Partie noch auf Zeit gewinnen. Leider unterlief ihm dann ein entscheidender Fehler, der dem Gegner eine zusätzliche Dame ermöglichte und die Partie entschied.

Damit lag es an Peter an Brett 3. Ein Remis würde zum Mannschaftssieg reichen. Die Partie war lange ausgeglichen verlaufen, beide Spieler bewegten sich auch zeitlich auf ähnlichem Niveau. Nachdem alle anderen Partien beendet waren, blieb ein Springerendspiel übrig, in dem keiner der beiden nennenswerte Fortschritte erzielen konnte. Folgerichtig einigte man sich auf Remis.

Mit dem knappen 3.5:2.5-Erfolg gewinnt Lenzburg 2 damit auch die dritte Runde in Folge – eine starke Mannschaftsleistung.

 

 

SCL 3 - Wollishofen 6

Das mit 4 Junioren angetretene Lenzburg 4 bekam es mit Wollishofen 6 zu tun. Die Partie am letzten Brett war ein regelrechter Schlagabtausch. Bei dem schlussendlich David Balog die Oberhand behielt. David konnte so in seiner 2 SMM-Partie bereits den ersten Sieg feiern. Leider war es das vorerst mit den guten Nachrichten. Danach mussten mit Miles, Nik und Theo nacheinander die anderen Junioren die Hand zur Aufgabe strecken. Ihre Gegner wären durchaus in Reichweite gewesen, um den ein oder anderen Punkt mehr einzufahren.

So blieb es an Aushilfs-Mannschaftsleiter David Bernet und an Oliver doch noch einen Punkt zu holen. David hatte lange eine ausgeglichene Partie auf dem Brett, bis sein Gegner in ein verlorenes Bauernendspiel abwickelte. Wie sich in der Analyse herausstellte, war die Partie nach einem Fehler von David aber wieder ausgeglichen. Der Wollishofer Gegner berechnete das Bauerendspiel zu seinem Leidwesen aber falsch und gab auf.

So wurde das Teamergebnis an Brett 1 bestimmt und dort sah es lange äusserst gut aus für Oliver. Er konnte seinen Gegner im Mittelspiel überspielen und bekam sehr starken Angriff auf den schwarzen König. In der Zeitnotphase fand Oliver die beste Fortsetzung dann leider nicht immer. So kam Schwarz noch zu einem Verzweiflungskonter. Oliver konnten diesen nur noch mit einer dreifachen Stellungswiederholung parieren. So endete der Wettkampf mit 2.5 : 3.5. Hier wäre mit etwas mehr Glück für die Lenzburger durchaus auch mehr drinnen gewesen.

 

SCL 4 - Réti 5

Die vierte Mannschaft des Schachclubs Lenzburg lieferte sich in der 3. Runde der SMM einen umkämpften Wettkampf, musste sich am Ende jedoch geschlagen geben.

An Brett 6 musste sich Peter Dätwyler bereits früh seinem Gegner geschlagen geben. Besser lief es für Mo, der nach seinem starken Sieg in der letzten Runde für die zweite Mannschaft erneut überzeugen konnte. Er erreichte eine ausgeglichene Stellung und einigte sich mit seinem Gegner auf Remis.

An Brett 2 geriet Kilian nach einer etwas unglücklichen Eröffnung früh unter Druck. Sein Gegner konnte die Initiative stetig ausbauen, gewann schliesslich Material und sicherte den Gästen damit einen weiteren ganzen Punkt.

Für den ersten Lenzburger Sieg sorgte Jonny an Brett 1. Er profitierte von einem Fehler seines Gegners, erspielte sich dadurch Vorteil und verwertete diesen souverän zum vollen Punkt.

Lange ausgeglichen verlief die Partie an Brett 4. Manuel hielt gut mit, ehe ihm im weiteren Verlauf ein Fehler unterlief, der Materialverlust zur Folge hatte und die Partie zugunsten des Gegners entschied.

Die letzte laufende Partie an Brett 3 gab nochmals Hoffnung auf ein besseres Resultat. Mannschaftsleiter Phil hatte sich im Mittelspiel einen Materialvorteil erspielt und sah lange auf Kurs Richtung Sieg aus. Die Verwertung erwies sich jedoch als schwierig, und in der komplizierten Schlussphase verlor er schliesslich unglücklich auf Zeit.

Trotz der Niederlage zeigte SCL 4 erneut Kampfgeist und mehrere vielversprechende Ansätze, auf denen in den kommenden Runden aufgebaut werden kann.

 

 

 

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